20 Jahre systemische Beratung / 30 Jahre journalistische Arbeit in öffentlich-rechtlichen DACH-Medien
/ 15 Jahre Theater / 30 Jahre Lehre
/ 15 Jahre Theater / 30 Jahre Lehre
Der Weg in die Kreativität und ins Interdisziplinäre
2006 schloss ich meine Ausbildung als systemischer Coach und Organisationsberater ab. Mit Diplom. Nach dem Theater, dem TV samt Lehrtätigkeiten, meine insgesamt dritte Ausbildung. Jahrelang trennte ich meine Berufsfelder strikt. Je länger ich beraterisch arbeitete, je weniger machte die Trennung noch Sinn. Ich begann, Methoden und Ansätze aus meinen unterschiedlichen Arbeitswelten zu kombinieren. Seitdem arbeite ich interdisziplinär. Kreativität freisetzen ist mir wichtig.
Methodenvielfalt oder: «Thinking-outside-the-box» als Methode
Manches an Interdisziplinarität ergab sich, war fast naheliegend, anderes war eher eine ausgefallene Kombination. Interdisziplinarität inspirierte, neue Zugänge waren da zu finden.
Das Interdisziplinäre ist immer ein «thinking-outside-the-box» beziehungsweise ein Denken gleich ausserhalb mehrerer boxen, also ein unglaublich fruchtbarer Input aus diversen Perspektiven. Dieses «thinking-outside-the-box» wurde immer mehr zu meiner Methode.
Zukunftswerkstatt «Organisation der Zukunft»
«Zukunftswerkstätten» bedienten sich der Mittel des Theaters. Die Wirkung war durchschlagend. In kaum einer anderen Organisationsform sind die Wechselwirkungen im System derart plastisch erfahr- und analysierbar. Immer wieder eine Laborsituation. So bauten wir bei der Zukunftswerkstatt «Organisation der Zukunft» die Zukunft einer Firma tatsächlich in einer Halle auf und spielten die Abläufe durch. Die im Theater entlehnte Technik sparte Millionen, die ansonsten in eine wenig zweckmässige Architektur geflossen wären, von der mangelnden Tauglichkeit geplanter Abläufe für die Zusammenarbeit im Alltag ganz zu schweigen.
«Film als Teamentwicklung»
«Film als Teamentwicklung» war eine Methode, bei der Teams Filme über sich selbst drehen, das Rohmaterial sichten, zusammenschneiden, das Ergebnis anschauen und auswerten. Sie haben so die Innen- wie die Aussensicht zusammen und können Gäste dazuholen, um herauszufinden, was welche Wirkung hat und wie unterschiedlich Reaktionen sein können. Das hatte so hohen Unterhaltungs- wie Erkenntniswert. Erkennen, lernen, verändern kann, aber es muss nicht bierernst sein. Es geht auch ernsthaft spielerisch.
«Work-Life-Balance»
Es stellte sich in der Coaching Arbeit im Lauf der Jahre immer mehr heraus heraus, dass die Trennung von «Work» und «Life» für die Wenigsten noch Sinn macht. Im Gegenteil: Viele Spannungen treten da auf, wo man meint, beides trennen zu können. Deshalb entwickelte ich ein Instrument, dass das Leben als Ganzes in den Fokus der Coachings nahm: das «Rollen MRI», ein Instrument, das wie das neurologische MRI, den ganzen Menschen erfasst mit seinen Wünschen, Sehnsüchten, Werten, seinem Beruf und seiner Familie. Das Sein als Ganzes ist im Fokus. Auch der Preis, den man für fast alles zu zahlen bereit ist oder leider zu zahlen hat.
Narrative und Neuropsychologie
In meiner journalistischen Tätigkeit recherchierte ich immer wieder über neuropsychologische Themen, speziell interessierte mich, was beim Schreiben, beim Erzählen, beim Lesen, beim Zuhören von Geschichten passiert. Lutz Jäncke und Peter Brugger, beide in der Studiengangleitung Neuropsychologie der Universität Zürich, waren meine Sachverständigen, Oliver Lubrich von der Universität Bern mein Gegenüber, wenn es um experimentelle Literaturwissenschaft in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut ging. Die schoben Menschen ins MRI und schauten, was bei vorgelesenen Geschichten im Gehirn passiert, welche Areale aktiviert, welche Hormone ausgeschüttet wurden. All das machte ich mir zu eigen und vermittle das seit vielen Jahren in meiner Schreibwerkstatt, der GeschichtenBäckerei an Autorinnen und Autoren, aber auch an alle, die sich in organisationalen Kontexten mit «Business Storytelling» beschäftigen.
Diese interdisziplinären Zugänge bewähren sich seit Jahren.
Die Keynotes «FILMvorFÜHRUNG» sind ein anderes Beispiel
Keynotes mit Filmausschnitten zu Führungsthemen im weitesten Sinne. Die Keynotes nutzen über 100 Jahre Filmgeschichte als Fundus, sich Führungsverhalten, Führungsarchetypen, Krisensituationen anzuschauen. Worauf auf dieses Kapital verzichten, an anderen zu lernen? Manchmal sieht man in der Entfernung klarer. Nicht nur in der Entfernung: Interdisziplinär kommt man zu Ergebnissen, die ansonsten verborgen bleiben.
Und zum Schluss noch dies
Humor ist mir wichtig. Menschen ernst nehmen, Problemen mit Humor begegnen, seien sie noch so ernst. Mit Viktor Frankl gesagt: «Wir lachen die Angst aus.» Oder mit Mark Twain sinngemäss gesprochen: «Die meisten Probleme, die ich hatte, sind gar nicht zu mir gekommen.»
Und falls doch: Es findet sich immer eine Lösung.
Und falls doch: Es findet sich immer eine Lösung.







